Seit 2014 betreibt Johannes Frank das Feinklang Mastering Studio in Leipzig. Neben Mastering bietet der Engineer auch immersive Mischungen an und hat in dieser Funktion bereits mit Artists wie Martin Kohlstedt, Imminence und Meynberg zusammengearbeitet. Bereits diese kurze Aufzählung zeigt, dass Johannes Frank sich nicht auf bestimmte Genres beschränkt. „Ich arbeite mit Musik, die sehr feinfühlig und emotional ist“, erklärt der Mastering-Engineer. „Entsprechend bin ich auch feinfühlig, was meinen Mastering-Ansatz angeht. Ich bügele nicht drüber, es gibt nicht den Johannes-Frank-Sound oder den Feinklang-Mastering-Sound, sondern ich arbeite für jedes Projekt so, wie es das braucht. Mit Fingerspitzengefühl.“
Immersives Hören zwischen Mixing und Mastering
Dolby Atmos markiert eine neue Art, Musik zu hören – und zu produzieren. Die klassische Einteilung einer Produktion in Recording, Mixing und Mastering funktioniert für immersives Audio nur bedingt. „Das Problem ist, dass die Leute eine Schublade brauchen und versuchen, das einzuordnen“, erläutert Johannes Frank seine Perspektive. „Dolby Atmos ist kein Mastering-Prozess, aber auch kein einzeln stehender Mixing-Prozess, sondern etwas dazwischen. In Dolby Atmos macht man beides gleichzeitig.“ Technisch gibt es dabei strikte Vorgaben. „Es gibt einen Richtwert von -18 iLUFS, also eine bestimmte Lautheit, die nicht überschritten werden darf, sowie einen Grenzwert von -1 dB True Peak. Daran muss man sich halten.“
Kreativ kommen die Vorgaben eher von der Produktion selbst. „Du hast ja meistens ein existierendes Stereo-Master, dann gibt es auch eine konkrete Erwartung, wie der Atmos-Mix klingen soll. Natürlich arbeite ich mit der räumlichen Verteilung und den klanglichen Dimensionen, die man mit Dolby Atmos aufmachen kann, also verändert sich immer etwas. Aber ich achte darauf, dass eine Vergleichbarkeit gegeben ist. Das Gefühl muss immer noch dem Stereo-Master entsprechen oder es erweitern.“
Der Song bestimmt, was machbar ist
Selbst ohne die Vorgabe eines existierenden Stereo-Masters ist man bei der Erstellung der immersiven Mischung nicht komplett frei. „Man muss sich immer die Frage stellen, wie die Produktion gemeint ist“, beschreibt Johannes Frank seine Philosophie. „Habe ich beispielsweise eine Live-Produktion und möchte die Immersion erzeugen, dass der Hörer im Konzertsaal sitzt, ist dadurch ziemlich klar festgelegt, welche Elemente wo passieren können. Ich weiß, wie ich die Atmo-Mikros einsetze. Die Musik findet vorne statt, Raumreflexionen und dergleichen kommen von hinten.“
Eine Studioproduktion bietet mehr Freiheiten, aber auch hier gibt es Grenzen, so der Mastering-Engineer. „Bei einer Studioproduktion bin ich nicht unbedingt an einen räumlichen Bezug gebunden. Aber es gibt bestimmte Hörerwartungen, die man zwar auch mal gezielt durchbrechen kann, die man aber grundsätzlich beachten sollte. Ich kann bei einer Studioproduktion aber schon mal ein Solo durch die Decke fliegen lassen. Kreativ gibt mir jedes Element im Mix vor, was ich mit ihm machen kann. Es wird nicht gut klingen, wenn ich bei einer Pianoballade die Stimme wild im Raum kreisen lasse.“ Entscheidend ist außerdem die Kompatibilität. „Ich achte immer auf die Downmixes. Wenn jemand den Dolby Atmos Mix zum Beispiel auf einem Soundbar oder auf einem 2.1-System hört, dann muss er trotzdem noch funktionieren.“
Dolby Atmos als Erlebnis für und mit den Fans
Johannes Frank betrachtet die Faszination für das Format als Hauptmotivation für die Nutzung von Dolby Atmos. „Warum Stereo und nicht Mono? Das ist im Grunde dieselbe Frage. Im Immersive Mixing kann ich Dinge machen, die mir in Stereo nicht möglich sind, weil ich den Platz nicht habe.“
Über den direkten klanglichen Nutzen hinaus sieht der Studiobetreiber aber noch eine weitere Chance für Artists. „Du kannst den immersiven Mix zu einem besonderen Produkt machen, beispielsweise als Kino-Release-Tour. Du machst eine Tour, bringst ein paar schöne Visuals auf die Leinwand, den immersiven Mix dazu. Das präsentierst du an einem Abend 200 Fans. Da hast du einen Upselling-Faktor und eine schöne Release-Geschichte.“
Immersives Hören auf Mastering-Niveau
Das Abhör-System im Feinklang Mastering ist hybrid aufgebaut, um den beiden zentralen Anwendungen gerecht zu werden: Stereo-Mastering und immersives Mixing. „Ich nutze als Hauptabhöre zwei Adam Audio S3V mit zwei Sub12 Subwoofern. Das ist mein 2.2-Mastering-Setup. Im Zuge des Umbaus auf Dolby Atmos kam einiges an Lautsprechern dazu, um auf 7.1.4 zu kommen. Ich habe mich dazu aus der A-Serie von Adam Audio bedient, A4V, um genau zu sein. Die stellen meine Surrounds und die Deckenlautsprecher. Als Center steht ein A44H unter meinem Screen.“ Die Wahl der Lautsprecher erklärt Johannes Frank ganz pragmatisch: „Was Preis-Leistung angeht, ist Adam Audio kaum zu schlagen, und wir sind ja trotzdem klanglich in der oberen Mittel- bis unteren Spitzenklasse.“
Johannes Frank hat sein Studio mit dem Satellite Bundle von ADAM Audio auf Dolby Atmos aufgerüstet. Das Bundle mit 8x A4V ermöglicht es Profis, ihr bestehendes Stereo-Paar beizubehalten und gleichzeitig auf ein vollständiges 7.1.4-Dolby-Atmos-System zu erweitern. Erfahren Sie hier mehr über das Satellite Bundle und die weiteren Dolby Atmos zertifizierten Pakete von ADAM Audio: https://www.adam-audio.com/en/news/industry/a-series-immersive-bundles/
Über Dolby Laboratories
Dolby Laboratories mit Hauptsitz in San Francisco unterhält Zweigstellen auf der ganzen Welt. Von Filmen und Serien über Apps, Musik und Sport bis hin zu Gaming – bei Dolby verwandelt sich die Wissenschaft von Sehen und Hören in spektakuläre Erlebnisse für Milliarden Menschen weltweit. Dolby arbeitet mit Künstlern, Storytellern, Entwicklern und Unternehmen zusammen, um Unterhaltung und Kommunikation durch Dolby Atmos, Dolby Vision, Dolby Cinema und Dolby.io zu revolutionieren.
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